Zuwachs für die Hospizgruppe

FNP 13.09.2022  Bad Vilbel (jwn)  Ein Bericht von Jürgen W. Niehoff
Mitarbeiter ambulanter Hospizgruppen begleiten schwer kranke und sterbende Menschen und deren Angehörige – zu Hause, im Heim oder im Krankenhaus. Und alles auf ehrenamtlicher Basis. Eine solche Hospizgruppe gibt es auch in Bad Vilbel. Sie ist Teil der Nachbarschaftshilfe und besteht zurzeit aus 13 aktiven Helfern.

»Wir freuen uns, dass wir vor Kurzem wieder acht neue Mitglieder in unsere Gruppe aufnehmen konnten, denn unsere Hilfe ist vielseitig und von den Sterbenden oder deren Angehörigen oftmals geradezu herbeigesehnt«, berichtet Margit Wiegand, eine der beiden Sprecherinnen der Gruppe.

Im Jahr 2002 wurde die Hospizgruppe als Teil der Nachbarschaftshilfe Bad Vilbel ins Leben gerufen. Aufgabe der ehrenamtlichen Helfer ist es, die Bedürfnisses des Sterbenden wahrzunehmen, ohne sich dabei aufzudrängen. »Deshalb sitzen wir oftmals auch nur am Bett, halten die Hand des anderen und hören einfach zu oder schweigen«, berichtet Wiegand weiter.

»Dabei ist Stille gar nicht so leicht auszuhalten«, wie Cathrin Helmling, eine der acht Neuen im Team einräumt. Sie ist zwar Palliativschwester, hat also von Berufswegen mit Sterbenden zu tun, doch ist Sterbebegleitung für sie ebenfalls ein neues Feld. »Der Hospizdienst versteht sich als ergänzendes psychosoziales Angebot und keine palliative Krankenversorgung«, erklärt Helmeling weiter. Auch Pflege, Nachtwachen oder hauswirtschaftliche Leistungen zählen nicht zu den Aufgaben, die von den Mitgliedern der Hospizgruppe geleistet werden.

Weil es bei der Sterbebegleitung vor allem darum geht, die Bedürfnisse des Gegenübers wahrzunehmen und sie zu achten, bedarf es einer speziellen Schulung. Derartige Kurse erstrecken sich über ein halbes Jahr und werden von ausgebildeten Fachreferenten an vier Wochenenden und während mehrerer Schulungsabende durchgeführt. Dabei erfahren die Kursteilnehmer, mit welchen anderen Personen und Diensten sie es bei ihrer Tätigkeit zu tun haben – angefangen vom Hausarzt bis zum Palliativ-Team. Weitere Themen sind Patientenverfügung und die Arbeitsweise des spezialisierten ambulanten Palliativ-Teams. Am Ende der Ausbildung steht dann noch ein 45-stündiges Praktikum, das in einem Pflegeheim, einer Hospizeinrichtung oder einem ambulanten Pflegedienst abgeleistet werden kann.

Zum Schluss klärt Hannelore Lotz von der Nachbarschaftshilfe noch darüber auf, wer zu dem Hospizteam dazustoßen kann: »Wir sind zurzeit Frauen unterschiedlichen Alters mit verschiedenen Lebenserfahrungen und Konfessionen, die sich intensiv mit den Lebensthemen Krankheit, Sterben, Tod und Trauer befassen. Wir sind gut ausgebildet im Umgang mit Schwerkranken und deren Angehörigen und bilden uns regelmäßig weiter«.

Mit den acht Neuzugängen ist die Gruppe zwar jetzt wieder deutlich größer geworden, »aber ein paar Männer in unseren Reihen würden der Sache sicherlich nicht schaden«.

Interessenten können sich bei der Hospizgruppe der Nachbarschaftshilfe melden, Tel. 0 61 01/60 48 92 oder info@nachbarschaftshilfe-bv.de.

Feature-Foto: Zusammen mit den neuen Mitgliedern stellte sich die Hospizhilfe Bad Vilbel vor Kurzem auf dem Niddaplatz der Öffentlichkeit vor. © Jürgen W. Niehoff
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