Mit der Fahrrad-Rikscha durch die Quellenstadt

Wetterauer Seniorenzeitung no. 3/2022: Einsteigen und Genießen. Mit der Fahrrad-Rikscha durch die Quellenstadt. Ein Bericht von C. Fauerbach.

Der Frühling zeigt sich von seiner schönsten Seite. Die Sonne lacht meist vom Himmel, Blumen und Blüten entfalten inmitten von frischem Grün ihre ganze Pracht. Das ideale Wetter, um einen Spaziergang durch den Kur- und Burgpark, durch die Streuobstwiesen, an der Nidda entlang, zu den Gronauer Störchen oder durch die Auenkunst in Massenheim zu machen. Mit dem Rollator oder im Rollstuhl sind viele dieser Ziele zu weit entfernt oder körperlich zu anstrengend. Doch nicht für die Fahrgäste einer Fahrrad-Rikscha.

Um möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern einen Ausflug ins blühende Naturschauspiel, in die Innenstadt oder einen Stadtteil zu ermöglichen, hat der Verein für soziales Engagement und Nachbarschaftshilfe Bad Vilbel die Rikscha-Saison 2022 eröffnet. Das Team hat die Winterpause beendet, die Fahrrad-Rikscha aus der Tiefgarage geholt und generalüberholt. Jetzt steht das komfortable Gefährt wieder Senioren und Seniorinnen und allen Mobilitätseingeschränkten für eine Fahrt ins Grüne in der Umgebung oder zu ihren Lieblingsorten in der Quellenstadt zur Verfügung. »Seit dem erfolgreichen Start im letzten September wird das Angebot gut angenommen. Die Leute sind begeistert. Zudem ist eine Rikscha-Fahrt auch eine schöne Geschenkidee für alle Seniorinnen und Senioren «, sagt Hannelore Lotz.

Die stellvertretende Vorsitzende des Vereins für soziales Engagement und Nachbarschaftshilfe Bad Vilbel hat mit Ehemann Alfons Lotz für die Leserinnen und Leser des Wetterauer Senioren Journals einen kurzen Ausflug durch den Burgpark unternommen. Start und Ziel war die Terrasse auf der Parkseite der Seniorenresidenz Quellenhof. Dort hat das Ehepaar Lotz auf der bequemen Sitzbank der gut gefederten E-Bike Rikscha Platz genommen. Nachdem sie vorschriftsmäßig die Sicherheitsgurte angelegt hatten, trat Fahrerin Bettina Hoffmann in die Pedale. Zur Ausrüstung der Rikscha gehören zwar Woll- und Regendecken, Regencapes und ein Erste Hilfe-Kasten. Von allen diesen nützlichen Dingen wurde bei der Spazierfahrt durch den Burgpark nichts gebraucht. Es regnete nicht, und der kühle Wind hatte eine Pause eingelegt. Von der erhöhten Rikscha- Sitzbank aus haben die Fahrgäste einen ungehinderten Blick auf die an ihnen vorbeiziehenden Wiesen mit den bunten Blumenrabatten, blühenden Bäumen und Büschen, die friedlich in ihrem Bett fließende Nidda, im Gras dösende oder nach Futter Ausschau haltende Enten und Nilgänse.

Immer wieder bleiben Spaziergänger spontan stehen und rufen den beiden Fahrgästen und der Fahrerin einen Gruß zu. Bürger, die es sich auf den Parkbänken gemütlich gemacht haben, winken dem Trio zu und wünschen eine gute Fahrt. Alle lächeln und freuen sich. Der Gute-Laune-Faktor ist im Preis inbegriffen. Kopfsteinpflaster, Bordsteine und Unebenheiten auf dem Weg sind kaum zu spüren, da die Rikscha gut gefedert ist. Fahrerin Bettina Hoffmann berichtet, dass bisher zu den meist gebuchten Zielen das Dottenfelder Hofcafé und die Innenstadt gehören. Hier legen die Fahrgäste gern einen Zwischenstopp an einem der Eissalons ein, verfolgen das geschäftige Treiben der Leute auf dem Niddaplatz oder sehen sich die Neubauten am Kurhaus, die Stadthalle und das Hotel an. Einzelne Fahrgäste buchen einen Ausflug in einen der Vilbeler Stadtteile oder lassen sich von den Fahrradpiloten eine Tour zusammenstellen.

»Auf Wunsch moderieren wir auch die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke«, sagt Bettina Hoffmann. Bei einer Fahrt mit der Fahrrad-Rikscha könnten die Senioren Bad Vilbel von der ersten Reihe aus neu entdecken, schwärmt die Pilotin. »Für den Fahrer sind die Fahrten mit der E-Bike Rikscha ein bisschen Sport. Dank der Tretunterstützung ist das Fahren keine große Anstrengung«, berichtet Bettina Hoffmann. Das Ehrenamt des Rikscha-Piloten sei ideal für alle leidenschaftlichen Radfahrer, die etwas für ihre Fitness tun und sich dabei sozial engagieren möchten. »Man kommt mit vielen netten Leuten in Kontakt, die sich auf einen Ausflug mit uns freuen.« Bettina Hoffmann und die Piloten-Crew freuen sich auf weitere ehrenamtliche Kolleginnen und Kollegen. Zwar ist die Fahrrad-Rikscha für drei Personen mit Elektromotor bis zu 25 km/h schnell, doch damit die Passagiere ihre Ausfahrt genießen und möglichst viel sehen können, liegt die Fahrgeschwindigkeit zwischen zehn bis 15 km/h. Die Kosten für eine Ausfahrt betragen 2,50 Euro Verwaltungsgebühr plus fünf Euro pro Fahrt, womit die Passagiere über die Nachbarschaftshilfe versichert sind. Die Kosten zur Anschaffung, der mehr als 10 000 Euro teuren E-Bike Rikscha hat die Erich-Glück-Stiftung finanziert. Der Zweck der Stiftung des Ende 2012 verstorbenen Bad Vilbeler Ehrenbürgermeisters Erich Glück (SPD) ist in der Satzung mit »Unterstützung hilfsbedürftiger Personen« festgelegt.

Christine Fauerbach

 

Losfahren

Anmelden können sich Passagiere bei der Nachbarschaftshilfe, Haus der Begegnung, Marktplatz 2, Bad Vilbel, Tel. 06101/604/890.
Gebucht werden können Fahrten auch schriftlich per E-Mail unter info@nachbarchaftshilfe-bv.de.

Hier das pdf des Originalartikels. Einfach auf das Wort klicken

Foto: Hannelore und Alfons Lotz genießen eine Rikscha-Fahrt mit Pilotin Bettina Hoffmann durch den blühenden Burgpark. (Foto: Fauerbach)