21 Mai 2019

Gelebte Nachbarschaft im Porträt – „Man kann nebeneinander existieren, aber nur miteinander leben!“

Wo gebaut wird, bleiben Ärger und Stress nicht aus. Diese Erfahrung machte auch Joachim Herbert vor gut 20 Jahren beim Bau seines Zweifamilienhauses in der Johann-Sebastian-Bach-Straße in Dortelweil-West.

Durch den Baustress war die Stimmung unter den künftigen Nachbarn teilweise nicht gerade rosig, und die Anfragen nach einer Rechtsschutzversicherung nahmen zu. „Mir war bewusst, dass dieser negative Trend das Miteinander und die Lebensqualität auf Dauer stark beeinträchtigen wird. Man kann nebeneinander existieren, aber nur miteinander leben“, sagt Joachim Herbert. Der Versicherungs- und Vermögensberater lud deshalb alle Anwohner der Johann-Sebastian-Bach-Straße und aus dem direkt anschließenden Elly-Ney-Weg zu einem Straßenfest, das er selbst organisiert hatte, ein. Die in lockerer Atmosphäre stattfindende „Kennenlern-Feier“ trug Früchte: Die gegenseitige Hilfe, das Verständnis und die Rücksichtnahme wurden gestärkt. „Ein Wir-Gefühl und andere gemeinsame Aktivitäten, wie ein Zelt-Camping, gemeinsames Fußball-Gucken (vorzugsweise die Auswärtsspiele der Eintracht), Fahrgemeinschaften für Kinder oder Angrillen zum 1. Januar, sind daraus entstanden. Und für so manchen neuen Erdenbürger gab’s sogar eine kleine Willkommensfeier“, freut sich Joachim Herbert.

Aus dem Straßenfest ist mittlerweile ein Nachbarschaftsfest geworden. Gefeiert wird jedes Jahr im Garten oder (bei schlechtem Wetter) in der Kellerbar von Joachim Herbert, der vor und nach dem Event von einem Helferteam tatkräftige unterstützt wird. Für das leibliche Wohl ist auch gesorgt. Kuchen und Salate bringen die Nachbarn mit; Fleisch und Getränke werden zum Selbstkostenpreis verkauft. Dieses Jahr hat die Nachbarschafts-Party für die beiden Straßen eine ganz besondere Bedeutung: „Am 31. August feiern wir unser 20-jähriges Jubiläum. Für uns heißt das 20 Jahre sich kennen- und verstehen lernen, 20 Jahre Hilfe und Zusammenhalt, 20 Jahre Einbindung neuer Mitbürger in unsere Lebensgemeinschaft und 20 Jahre Pflege des sozialen Umfeldes.“

Foto: Joachim Herbert erzählt Christa Hillenbrand begeistert von den Nachbarschaftsfesten.