09 Mai 2019

Gelebte Nachbarschaft im Porträt – Die Nachbarn aus der „Rosa Reihe“ im Elsterweg

Im Neugebiet Dortelweil-West in der „Rosa Reihe“ zeigen Günter Bodisky und seine NachbarnInnen eindrucksvoll wie gelebte Nachbarschaft funktionieren kann. Auch neu Hinzugezogene fühlen sich hier schnell zuhause.

Als Günter Bodirsky 1997 in das Bad Vilbeler Neubaugebiet Dortelweil-West zog, war ihm klar: Eine gute Nachbarschaft ist das A und O. „Wir wohnen hier im Elsterweg in einer Reihenhaussiedlung dicht beieinander. Toleranz den anderen Mitbewohnern gegenüber, das Beachten von Regeln und gegenseitige Hilfe müssen da hoch im Kurs stehen.“

Günter Bodirsky kam mit seinen direkten Nachbarn schnell ins Gespräch und ergriff die Initiative zu gemeinsamen Aktivitäten. Als Eigenheimbesitzer gibt es immer etwas zu „werkeln“, also half man sich mit Schubkarre, Bohrmaschine und Werkzeug aus, Garten-Tipps gab’s noch dazu.

Natürlich kommt der Spaß in der „Rosa Reihe“ – wie die rosa angestrichenen Reihenhäuser liebevoll von den Anwohnern genannt werden – ebenfalls nicht zu kurz. Im Sommer findet jedes Jahr in der angrenzenden Grünanlage ein gemeinsames Grillfest statt. „Im Winter gibt’s Punsch und Glühwein und eine leckere Gemüsesuppe, die wir in einem großen Topf über offenem Feuer kochen und zu deren Gelingen jeder mit einer Handvoll Gemüse beiträgt“, erzählt Günter Bodirsky. Am darauffolgenden Tag können sich die „Rosa Reihe“-BewohnerInnen über ein „Extrablatt“ von ihm mit den wichtigsten Begebenheiten und Anekdoten des vorangegangenen Abends freuen.

Almauf- und -abtrieb in Dortelweil-West

In den Jahren von 2004 bis 2007 lud Günter Bodirsky im Frühjahr die Nachbarschaft zu einem bayrischen Brunch auf seine Terrasse ein. Das Event fand zu Ehren von „Rosa“, einer von ihm und seiner Tochter gebauten Kuh aus Pappmaché, statt. „Rosa“ wurde auf die „Alm“ (das begrünte Dach seiner Gartenhütte) getrieben. Im Herbst folgte der „Almabtrieb“ – wieder ein Grund zum Feiern. Gründe zum Feiern waren auch das 10- und 20-jährige Jubiläum der „Rosa Reihe“ mit Beiträgen von allen Nachbarn. Zum 20-Jährigen „Diner en blanc“ waren alle Elsterweg-BewohnerInnen eingeladen.

Und wenn das Wetter mal nicht mitspielt? Dann wird es eben passend gemacht. „Nein, Spaß beiseite“, sagt Günter Bodirsky, „wir planen die Feste immer spontan.“ Und gibt’s trotzdem mal einen Regenschauer, wird improvisiert – mit Regen- oder Sonnenschirmen. „Unsere Feierlaune lassen wir uns nicht verderben“, ergänzt Günter Bodirsky, der übrigens bei den Vor- und Nachbereitungen für die Feste tatkräftig von den NachbarInnen unterstützt wird. „Einige von ihnen haben mittlerweile die Organisation des jährlichen Grillfestes übernommen“, freut sich der Ideengeber und Initiator.

Neu Hinzugezogene sollen sich in der Gemeinschaft wohlfühlen

Durch die regelmäßigen Treffen und Events sind in all den Jahren Freundschaften entstanden. „Wer lieber etwas auf Distanz bleiben möchte, auch kein Problem“, meint Günter Bodisky. Die Hauptsache sei eine gute und harmonische Nachbarschaft, in der sich auch neu Hinzugezogene wohlfühlen. „Wir gehen auf sie zu und integrieren sie, wenn sie möchten, in unsere Aktivitäten“, meint Günter Bodirsky. Der aktive Nachbar macht Mut: „Man muss vielleicht über seinen eigenen Schatten springen, um auf die Menschen in seiner Umgebung zuzugehen. Aber es lohnt sich und trägt Früchte. Man ist nicht mehr alleine, hat Spaß und bekommt Hilfe, wenn man sie braucht. Das ist gerade mit Blick auf das Alter sehr wichtig.“